Übernachtung im Igludorf auf der Zugspitze

~ Selbst bezahlt ~


Auf der Suche nach einem individuellen Geschenk für meinen Freund zum 30. Geburtstag bin ich auf das Igludorf auf der Zugspitze gestoßen. Zum einen hat das Ganze etwas Abenteuerliches und zum anderen ist die Zugspitze für sich alleine schon eine einzigartige Location. Als ich dann noch gelesen hatte, dass es in dem Igludorf auf der Zugspitze einen Jacuzzi und eine Sauna gibt, war das Geschenk schnell online gebucht. Mit Versand der Rechnung bekommt man eine ausführliche Liste zur Anreise sowie eine Ausrüstungsliste. 

 

Also packten wir letztes Wochenende alles zusammen und freuten uns auf den Wochenendtrip auf den höchsten Berg Deutschlands. Durch unsere Kilimanjaro-Besteigung hofften wir mit unserer Ausrüstung bestens ausgestattet zu sein, um der Kälte zu trotzen. Vorausgesagt waren in der Nacht bis zu -10 °C. 

 

Anreise

Wir entschieden uns für die Anreise mit der Seilbahn, die vom Parkplatz am Eibsee startet. Hier können die Igludorf-Übernachtungsgäste auf einem markierten Parkplatz umsonst parken. Für die Seilbahn benötigt man ein Ticket (48 € p. P.), das nicht im Übernachtungspreis enthalten ist. Es beinhaltet jedoch eine Tagesskipass für den nächsten Tag. Alternativ kann man auch mit der Zahnradbahn von Garmisch-Partenkirchen bzw. Eibsee anreisen. Dies dauert länger, aber ist bestimmt auch eine tolle Erfahrung. 

 

Um kurz vor 15 Uhr sind wir bepackt mit Rucksack und Skiausrüstung in die Seilbahn gestiegen. Am Gipfel mussten wir dann noch in die Gletscherseilbahn umsteigen und nach ca. 40 Minuten hatten wir das Restaurant Sonn Alpin erreicht. Hier war um 16:30 Uhr der Treffpunkt mit den Guides und den anderen Übernachtungsgästen. 

 

Das Igludorf

Nachdem wir eine kurze Einweisung zum Ablauf und unsere Expeditionsschlafsäcke (halten bis zu -40 °C aus) erhalten haben, machten wir uns mit den Guides auf den Weg zum Igludorf. Das Dorf ist zu Fuß vom Restaurant aus in 5 Minuten erreichbar. Von außen sah das ganze dann erstmal fast schon unspektakulär aus. Wie ein sehr sehr großer Schneehaufen mit einer Holztüre als Eingang und davor ein paar Liegestühle plus Bar für die Tagesgäste.

 

 

Kaum sind wir durch die Holztüre getreten, waren wir jedoch von jetzt auf gleich wie in einer anderen Welt. Wir konnten direkt die ersten, wirklich sehr beeindruckenden Skulpturen erblicken. Das Motto dieser Saison (2019/2020) sind Fabelwesen. Der erste Programmpunkt lautete: Gepäck in seinem Iglu abladen und die anderen Zimmer erkunden. Und eines kann ich sagen, allein für die Kunstwerke lohnt sich ein Besuch im Igludorf auf jeden Fall. Aber schaut einfach mal selbst:

 

Da so eine Erkundungstour hungrig macht, erwartete uns ein kleiner Apero. Dieser bestand aus einem Brotzeitbrett mit Käse, Schinken, Oliven, Brot und Feigensenf. Dazu gab es Glühwein oder Tee, um sich schön warm zu halten. Danach machten wir eine kleine Nachtwanderung und erfuhren ein paar interessante Fakten über die Zugspitze und das Igludorf. Die ersten hatten hier ein wenig mit der Höhe zu kämpfen, die definitiv nicht zu unterschätzen ist. Tee mit viel Zucker half zum Glück und pünktlich zum Abendessen waren wieder alle fit. 

 

 

Zum Abendessen gab es dann als Vorspeise eine Flädlesuppe, als Hauptgang Käsefondue mit ordentlich Kirschwasser und wenn man dann noch Platz hatte Kuchen als Dessert. Uns hat es auf jeden Fall richtig gut geschmeckt und wir waren begeistert, dass wir so oft Käse nachbestellen konnten, wie wir wollten.

 

Damit uns nicht kalt wird, konnte man nun mit zum Rodeln oder sich direkt einen Platz im Jacuzzi oder in der Fasssauna ergattern. Das Rodeln ließen wir uns natürlich nicht entgehen und sind ein paar Mal mit dem Zipfelbob den Berg hinunter gerast. Jedoch freuten wir uns noch mehr auf den Jacuzzi und die Sauna und sind nach einer halben Stunde wieder zum Igludorf zurückgekehrt.

 

Unsere Guides empfahlen uns den Jacuzzi oder die Sauna am besten direkt vor dem Schlafengehen zu nutzen, um die Wärme mit in den Schlafsack zu nehmen. Damit auch jeder mal in einen der beiden Jacuzzis oder in die Sauna konnte, musste man sich nach dem Abendessen in eine Liste eintragen. Bei einer Wassertemperatur von 45 °C hielt man es sowieso nicht länger als 20 Minuten im Jacuzzi aus. Und nachdem uns einer der Guides Horrorgeschichten über abgebrochene Haare erzählt hatte, haben wir auch alle brav unsere Mützen im Pool aufgehabt. Auf jeden Fall eine echt stylische Kombi mit Bikini oder Badehose. 

 

Die Übernachtung

Vorsorglich hatten wir uns noch zwei Glühwein in unseren Thermobechern (diese können vor Ort erworben werden) ins Iglu gestellt. Mit Merinosocken, langer Unterhose, obenrum ein paar Lagen aus Merino-Langarm-Shirt, und Thermoweste bekleidet, sind wir dann schnell in unsere Schlafsäcke gekrochen. An dieser Stelle kann ich wirklich selbstklebende Wärmepads für die Füße/Socken und Handwärmer empfehlen. Außerdem kann man sich bei den Guides eine Wärmflasche abholen. Für Kopf/Gesicht habe ich mir ein Buff-Tuch übergezogen und darüber eine warme Mütze. Tatsächlich haben wir so die Nacht wärmetechnisch ganz gut überstanden und zeitweise war es uns fast zu warm in unseren Schlafsäcken. Da haben uns die etwas zu harten Matratzen viel eher den Schlaf geraubt. Tipp am Rande: Als Paar kann man zwischen Einzelschlafsäcken oder einem Doppelschlafsack wählen. Wir würden uns definitiv wieder für zwei separate Schlafsäcke entscheiden, da man diese besser zuziehen kann und somit besser vor der Kälte geschützt ist. 

 

 

Da wir hofften am nächsten Morgen den Sonnenaufgang beobachten zu können, sind wir um 6:30 Uhr aufgestanden. Leider waren wir weniger erfolgreich, da es nicht so richtig hell werden wollte. Geschweige denn, dass sich die Sonne zeigen wollte. Die Zugspitze war mit dichtem Nebel umhüllt. Nach und nach weckten die Guides diejenigen, die ihren warmen Schlafsack noch nicht freiwillig verlassen wollten und um 7:30 Uhr sind wir dann alle zusammen zum Restaurant Sonn Alpin aufgebrochen. Hier konnten wir uns endlich wieder richtig aufwärmen und uns ein leckeres Frühstück aussuchen. Wer nun noch Lust hatte, konnte seine Übernachtungssachen einschließen und den restlichen Tag Skifahren. Wenn man sich beim Frühstück etwas beeilte, kam man in den Genuss, die frisch präparierten Pisten erstmal nur für sich zu haben. Da wir Glück hatten und an dem Sonntag insgesamt nicht so viel los war, sind wir bis um 12 Uhr Ski gefahren und haben uns dann wieder auf den Heimweg gemacht. Wir nahmen wieder die Seilbahn, da wir vom Panoramadeck der Gipfelstation noch die Aussicht genießen wollten. Leider sahen wir hier nichts als Nebel. Kaum 10 Meter unterhalb der Gipfelstation war das Wetter dann traumhaft und man konnte von der Seilbahn aus die dicke Nebelschicht um den Gipfel der Zugspitze erkennen. 

 

Unser Fazit

Das Igludorf ist ein Besuch auf jeden Fall wert. Wir waren sehr fasziniert von den aufwändigen Kunstwerken und wie das Dorf insgesamt aufgebaut ist. Die Organisation und Betreuung durch die Guides war durchgehend wirklich super und es gibt nichts worüber wir uns beschweren können. Auf jeden Fall eine schöne Geschenkidee oder ein cooles Event mit Familie oder Freunden, wenn man etwas Besonderes zusammen erleben möchte.

 

Habt ihr auch schon mal in einem Iglu übernachtet? Käme das für euch in Frage? Kennt ihr weitere spannende Übernachtungsmöglichkeiten? Schreibt uns dazu gerne einen Kommentar hier unter den Beitrag! 

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